Robert Fallenstein | BurgStadtMenschen #9

 

Zunächst mal:

Herzlichen Dank an die Offene Burg dafür, dass die Wiener Brut 2016/2017 erstmals ein generationenübergreifendes Unternehmen geworden ist. Kennen tat ich die „Brut“ schon länger: habe als Zuschauer die Brüter*innen im Sommer 2016 im Kasino gesehen und Renate Aichinger seit einigen Jahren bereits im Rahmen des Bürgertheaterprojekts am Landestheater Niederösterreich als Regisseurin erlebt. Bei der Wiener Brut mitzumachen reizte mich also sehr, und die Öffnung auch für Ältere machte mir dies mit meinen 71 Jahren nun möglich.

Ich:

Aus Norddeutschland stammender Pensionist, seit sechs Jahren in Wien lebend und mit der festen Absicht, dies auch für den Rest meines Daseins nicht mehr zu ändern. Denn ich bin sehr gern hier. Es war auch erst in diesen letzten sechs Jahren, dass ich das Theater für mich als etwas entdeckt habe, das ich nicht nur passiv genießen, sondern in dem ich mich auch aktiv versuchen möchte. Seit einigen Monaten betrete ich nun allwöchentlich zu den Proben das Burgtheater beim Bühneneingang (hinten rechts) – nie ohne ein gewisses Kribbeln im Bauch. Das ist das BURGTHEATER, Mann! Was schwingt da nicht alles mit bei einem, der mal Germanistik studiert hat …

Ja, also das Burgtheater:

Es mag gut ein Dutzend Jahre her sein: ich war touristisch in Wien unterwegs und beschloss, das Burgtheater von innen kennenzulernen. Zu meiner Freude entdeckte ich auf dem Spielplan Schnitzlers „Reigen“. Schnitzler hatte ich schon immer gern gelesen. Es gelang mir, eine Karte zu ergattern. Auch damals fühlte ich ein bisschen Kribbeln beim allerersten Eintreten in diese HEILIGEN HALLEN des deutschsprachigen Theaters. Freilich, das mit dem „deutschsprachig“ relativierte sich rasch: Dem wunderbaren Wienerisch von Dirne, jungem Herrn, Stubenmädchen und all den anderen stand ich ziemlich hilflos gegenüber. Aber (s.o.!) gelesen hatte ich den „Reigen“ zuvor bereits, kannte mich also inhaltlich aus und hatte große Freude an der Vorstellung. Hätte ich damals schon geahnt, dass ich dereinst hier einmal … auf dem Lusterboden ein- und ausgehen würde dürfen …

Oder, wie Peter Rosegger 1910 über seinen kleinen Sohn schrieb: Das Burgtheater nannte er „schön“, weil es weiß ist.

Robert Fallenstein, 71, Dozent des Goethe-Instituts i. R. & Neo-Wiener | Wiener Brut unlimited

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